Dies ist ein Zitat aus dem Newsletter von Mythengay.

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Wir haben in einer Rede an der Pride Aarau von Stephan gehört, welcher am Lauerzersee mittels eines Dates in einen Hinterhalt gelockt wurde. Ganz unten findet ihr den entsprechenden Abschnitt aus der Rede. Da die Täterschaft möglicherweise aus der Region kommt, möchte ich euch auf einfache Verhaltensregeln hinweisen bei Dates – leider sind diese offensichtlich auch in der Region Schwyz inzwischen notwendig:
 
Vor dem Treffen (Fokus digitaler Schutz):

Weniger ist mehr: Teile auf Dating-Plattformen keine sensiblen persönlichen Daten wie deine Wohnadresse, den genauen Arbeitsort oder deinen vollen Nachnamen.

Verifizierung nutzen: Bevorzuge Profile, die von der jeweiligen App verifiziert wurden (z. B. durch ein blaues Häkchen), oder welche nicht ganz neu erstellt worden sind.
Pre-Check per Video: Mache vor dem echten Treffen einen kurzen Videoanruf. Das entlarvt Fake-Profile (Catfishing) und potenzielle Angreifer sofort.

 

Das erste Date (Fokus sicheres Umfeld):

Öffentlicher Treffpunkt: Wähle für die ersten Treffen gut besuchte, neutrale Orte wie ein Café, eine Bar oder ein Restaurant – niemals direkt bei dir oder der anderen Person zu Hause oder an abgelegenen Orten (z. B. dunkle Parks oder Cruising-Gebiete).
Eigene Anreise: Organisiere deine An- und Abreise selbst (ÖV, eigenes Auto, Taxi). Lass dich beim ersten Mal nicht vom Date zu Hause abholen.
Eine Vertrauensperson einweihen: Informiere einen Freund oder eine Freundin darüber, wo du dich triffst, mit wem (Screenshot des Profils senden) und bis wann du dich zurückmelden willst.

 
Im Ernstfall (Fokus Unterstützung holen): 
Nicht beteiligte Personen direkt ansprechen und um Hilfe bitten. Den Polizei-Notruf 117 rufen. Meldung bei der LGBTIQ-Helpline machen (auch nachträglich per Email möglich: https://www.lgbtiq-helpline.ch/). Opfern von Straftaten hilft auch die Opferberatung Schwyz und Uri unbürokratisch und rasch mit rechtlichem Rat, Beistand und finanzieller Soforthilfe (https://www.opferberatung-sz-ur.ch/).  
 
Ich möchte mit diesen Informationen nicht den Teufel an die Wand malen. Eine Möglichkeit, in einem sicheren Umfeld andere queere Menschen kennenzulernen, sind natürlich weiterhin die Anlässe von Mythengay. 
Ich (Jenny von der Pride Aargau) habe bei Stephan, der diese Gewalttat erlebt hat und die Rede geschrieben hat, nachgefragt. Der Vorfall fand am 17. Mai 2026 um 19:25 am Lauerzersee (Nähe Seebad Seewen) statt. Er hat sich zum Bahnhof Steinen gerettet. Er hat Anzeige erstattet, allerdings erst Ende Juli, deshalb gab es keine Meldung. Zur Vorgehensweise hier ein Ausschnitt aus der Rede:
“Wir haben uns am Bahnhof Schwyz getroffen und sind dann spazieren gegangen. Auf dem Weg zum Lauerzersee kamen wir an einer Gruppe von Jugendlichen vorbei. Dann fragte er mich, ob ich eine Waffe dabei habe. (Ich fand diese Frage komisch, ging aber trotzdem weiter.)
Am See angekommen, drehte er sich plötzlich um, zog Handschuhe an und schlug mehrfach auf mich ein. Ich war völlig überrascht, fiel zu Boden, stand schnell wieder auf und schubste ihn weg. Er beleidigte mich und drohte mir, mich umzubringen, falls ich die Polizei informiere und eine Anzeige erstelle. Ich sagte ihm, er solle mich in Ruhe lassen. Da erschien plötzlich diese Gruppe Jugendlicher wieder, er ging zu ihnen und liess mich in Ruhe.
Allerdings verfolgte mich diese Gruppe dann und beleidigte mich. Vorbeifahrende Radfahrer halfen mir nicht. Ich flüchtete auf einen Bauernhof, aber auch dort bekam ich keine Hilfe. Irgendwie kam ich zum nächstgelegenen Bahnhof. Zum Glück kam ich mit leichten Verletzungen davon (d.h. blutige Lippe und Hand, Prellungen an Schulter, Hüfte und Fuss).”
Weiter hat er noch gesagt, dass er den Täter über Gayromeo kennengelernt und danach über Telegramm geschrieben habe. Seine Profile sind auf beiden Kanälen gelöscht. Er hat an Gayromeo eine Meldung gemacht. Einziger Ratschlag war da, möglichst schnell eine Anzeige zu machen mit möglichst vielen Angaben.
Jenny

Pride Aargau

Die Plattform www.wirschauenhin.ch ist eine gemeinsame Initiative der Städte Zürich, Bern und Luzern und weiteren. Sie basiert auf den bisherigen Meldetools «Zürich / Bern / Luzern schaut hin».

Das anonyme Meldetool «Wir schauen hin» macht es möglich, dass Betroffene oder Zeugen und Zeuginnen von sexistischer und queerfeindlichen Belästigungen und Übergriffen diese Vorfälle unkompliziert und anonym melden können. 

Queer Lozärn
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